Blogtour “ Das Geheimnis des Komponisten

Willkommen zu Tag 2 unserer Blogtour Das Geheimnis des Komponisten von Bettina Kiraly.

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Gestern gab es bei Susanne ein tolles Autoreninterview. Bei mir wird es heute traurig 😦

Sara wächst bei ihrem Vater, dem Professor auf. Dass wird schnell im Laufe der Geschichte klar.

Aber was ist mit ihrer Mutter? Diese Frage lies mich einfach nicht mehr los!

Für euch, kommt von der lieben Bettina Kiraly eine kleine Bonusstory, darin erfahrt ihr was mit Sara´s Mutter passiert ist.

1622548_793033120774219_5192060336417760086_oIch empfehle dazu eine Packung Taschentücher 😉

Der Tod von Elise Obermann:

5. Oktober 1984

Das Leben war nicht fair. Der Professor fand sogar, dass das Leben sich manchmal störrischer benahm als ein Kleinkind.

Noch heute Morgen war jede Einzelheit des Tages in helles Sonnenlicht getaucht gewesen. Obermann hatte mit Elise die Reisepläne zu einem Symposium besprochen und überlegt, wie sie Weihnachten verbringen würden. Er war bei dem Gedanken an den Unterricht glücklich gewesen. Es hatte sich angefühlt, als könnte es ein perfekter Tag werden.

Jetzt, gut sechs Stunden später, sah er sich seinem größten Albtraum gegenüber.

Der Professor parkte sein Auto gleich gegenüber seinem Haus. Im Kofferraum seines Wagens lagen einige Bücher, auf deren Lektüre Obermann sich freute. Ein Wochenende in seinem Arbeitszimmer mit einer kürzlich erschienenen Biografie zu Pleyel, an der der Professor mitgearbeitet hatte, und mehreren, neu erworbenen, lateinischen Schriften.

Er stieg aus und ging um das Auto herum, um die Bücher aus dem Kofferraum zu holen.

Auf der anderen Straßenseite öffnete sich die Haustür. Obermann hörte Kinderlachen und die Stimme einer Frau. Seiner Frau. Er hob den Blick und beobachtete mit einem Lächeln, wie Elise Sara befahl, im Haus zu warten, und ihm dann entgegenging.

Das Herz des Professors wurde weit, seine Seele glühte wie immer in Elises Nähe. Alles in ihm drängte zu ihr. Obermann machte mehrere Schritte nach vorne.

Christian! Pass auf!“

Die Worte aus dem Mund von Elise wollten keinen Sinn ergeben. Elise deutete die Straße hinunter, wollte ihm zu Hilfe eilen.

Der Lastwagen!“

Der Professor wandte den Kopf und entdeckte das Fahrzeug, das auf ihn zuraste. Wie war Obermann bloß in die Mitte der Straße gekommen? Der Fahrer des Lastwagens hatte den Professor bemerkt und stieg hörbar auf die Bremsen. Mit geweiteten Augen starrte Obermann in das entsetzte Gesicht des Mannes. Der Professor war nicht in der Lage, sich zu bewegen.

Das Blut rauschte in seinen Ohren. Obermann hörte trotzdem das entsetzte Schreien von Elise. Seine Welt stand still.

Die Reifen quietschten und rutschten, während sich das Heck des Lastwagens querstellte. Noch ein paar Meter. Der Professor stolperte endlich rückwärts, doch der Lastwagen brauchte inzwischen die gesamte Breite der Straße.

Dann ertönte ein neues Motorengeräusch. Obermann blickte sich um. Auf der anderen Straßenseite kam dem Lastwagen ein Auto entgegen. Dessen Fahrer bremste ebenfalls. Der Professor konzentrierte sich wieder auf den Lastwagen. Der verlangsamte endlich sein Tempo. Das Gehirn des Professors nahm seine Arbeit wieder auf. Er berechnete, dass er noch einmal Glück gehabt hatte.

Der Lastwagen stand still, war Obermann nicht einmal gefährlich nahe gekommen. Dem Professor wurde bewusst, dass er die Luft angehalten hatte. Mors certa, hora incerta. (Der Tod ist gewiss, die Stunde nicht!) Gott sei Dank war nichts passiert! Das Lächeln kehrte zurück in sein Gesicht.

Das unerwartete Krachen passte nicht zur Erleichterung von Obermann. Die anschließende Stille empfand er als nahezu gespenstisch. Irgendetwas stimmte nicht. Er drehte sich mit nahezu schwerfälligen Bewegungen zum Haus um.

Der Fahrer des Autos hatte offensichtlich die Kontrolle über den Wagen verloren und war gegen den Obermannschen Gartenzaun gekracht. Zwischen dem Auto und dem Zaun eingeklemmt konnte der Professor eine Gestalt erkennen.

Nein“, flüsterte er. Das, was seine Augen ihm zeigten, durfte nicht stimmen. Und dennoch. Das zarte Blümchenmuster des Kleides … „Nein!“

Er rannte über die Straße auf seine Frau zu. „Elise!“ Obermann griff nach ihrer Hand, hörte ihren keuchenden Atem, der auf eine Verletzung der Lunge hindeutete. Da war nicht so viel Blut, wie er erwartet hätte. Doch vermutlich drückten das Metall und der Stein des Zauns die lädierten Blutgefäße zusammen.

Jemand muss die Rettung rufen!“, schrie er den Nachbarn zu, die aus ihren Häusern kamen. „Schnell!“

Frau Meier von Nebenan eilte vorbei zu Sara, die man im Inneren des Hauses weinen hörte.

Ein leises Geräusch ließ seinen Blick zurück zu Elise kehren. Der Glanz in den Augen seiner Frau machte ihm Angst. „Dir wird gleich geholfen. Streng dich nicht an“, bat er.

Elise schüttelte den Kopf. „Pass auf Sara auf“, flüsterte sie.

Wir wollten diese Aufgabe gemeinsam übernehmen.“ Er konnte die Verantwortung für das Kind nicht alleine tragen.

Das …“ Elise hustete. Blut rann aus ihrem Mundwinkel. „Das wird nicht möglich sein. Christian …“ Sie drückte seine Hand fester.

Das Herz des Professors flüsterte ihm zu, dass er nicht egoistisch sein durfte. Elise blieb nicht mehr viel Zeit. „Ich verspreche es“, meinte er mit brechender Stimme. Tränen brannten in seinen Augen. Ein eisiger Hauch ließ sein Herz gefrieren. Seine Welt verlor alle Farbe. Seine geliebte Elise machte ihren letzten Atemzug.

 

Morgen kommt bei Layla ein Protagonisteninterview 🙂

Zu gewinnen gibt es ein Printexemplar von „Das Geheimnis des Komponisten“

 

  • Teilnahme ab 18 Jahren
  • Keine Barauszahlung des Gewinns1548032_793033197440878_6792960891595113619_o
  • Kein Ersatz beim Verlust auf dem Postweg
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • Versand nur nach Deutschland
  • Persönliche Daten werden nur für das Gewinnspiel genutzt und

anschließend wieder gelöscht

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2 Kommentare zu “Blogtour “ Das Geheimnis des Komponisten

  1. Hallo und guten Morgen,

    was für eine Leseprobe..soooo traurig und das am Rosenmontag..schnief..

    Trotzdem Danke für diesen Einblick ins Buch.

    LG..Karin..

  2. Hallo,

    da muß ich Karin recht geben, wirklich traurig – da braucht man tatsächlich Taschentücher und ich heul beim Bücherlesen sowie so gern. Fands aber trotzdem totol interessant und freue mich schon auf Morgen.

    Einen tollen Wochenstart.
    LG Sonja

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